Zeckenwarnung im Winter – aus aktuellem Anlass!

Sowohl die typischen Hunde- als auch Menschenzecken können auch in milden Winterperioden aktiv sein! Darauf weisen aus aktuellem Anlass die BCA Clinic und das BCA Labor Augsburg hin, die sich auf zeckenübertragene Krankheiten spezialisiert haben. „Immer noch lassen viele Tierbesitzer den Zeckenschutz im Winter weg, weil sie denken, ihre Lieblinge seien dann vor Zecken sicher. Das ist nicht garantiert“, warnt Dr. Sharon Page, Biologin und zuständige für die regionalen und Golfplatz- Zeckenstudien im Labor der BCA.

int_zecken-winter-illuZecken sind wechselwarme Spinnentiere aus der Unterart der „Milben“, die in einer schönen lauwarmen Winterperiode ziemlich schnell wieder hungrig werden können. Sie überwintern vorwiegend in Streu-Laubhaufen, in denen Hunde bekanntlich gerne einmal herumschnuffeln. Auch Menschen sind zwar im Winter dicker angezogen, sind aber Zecken erst auf der Kleidung und suchen sie den warmen Wirt, finden sie dennoch gelegentlich das ein oder andere Schlupfloch in der Kleidung. Deshalb Achtung auch bei Wanderröte und Fieber und ähnlichen Symptomen nach undefinierbaren Stichen im Winter!

Die Biologen gehen davon aus, dass der gemeine Holzbock, der sich sehr gerne menschliche Wirte sucht, bereits bei unter 7 Grad und schönem wärmenden Sonnenschein aufs Laub wieder aktiv werden kann. Die als deutlich aggressiver geltenden Auwaldzecken, die nach Ansicht der Biologen ursprünglich aus Süd- und Osteuropa stammen, werden sehr häufig auf Säugetieren gefunden und übertragen auch Krankheiten wie die Hundebabesiose.  Sie sind sogar bereits ab null Grad wieder aktiv. Page: „Es ist wichtig, dass auch Ärzte die Patienten mit entsprechenden Symptomen sehen, auch an die Möglichkeit eines Zeckenstichs denken. Die Zecken sind nicht nur in den vergangenen Jahren geografisch viel weiter nach Norden gewandert. – In unseren Breiten können aufgrund des milderen Klimas inzwischen auch häufiger Zeckeninfektionen im Winter vorkommen.“

Weitere Informationen:
www.bca-clinic.de

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Kurios: Wie der Kellner die Bestellmenge beeinflusst

Möchte ein Restaurantbesitzer seinen Absatz steigern, sollte er vermehrt Kellner mit Übergewicht einsetzen. So lautet das verblüffende Ergebnis einer Studie, die gemeinsam von Wissenschaftlern der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Cornell-Universität in Ithaca (USA) durchgeführt wurde.

Dass die Atmosphäre in einem Restaurant, zu der Beleuchtung, Musik und Sitzplatzgestaltung beitragen, den Appetit seiner Gäste beeinflusst, ist bereits bekannt. Doch welchen Einfluss hat die Figur des Servicepersonals? Dieser Frage gingen Tim Döring und sein Kollege Prof. Dr. Brian Wansink nach. Für ihre Studie werteten sie das Bestellverhalten anhand von 497 dokumentierten Kellner-Gast-Interaktionen in 60 Restaurants in Frankreich, Spanien und den USA aus.

Und tatsächlich: Wurden die Restaurantbesucher von einem augenscheinlich dickeren Kellner mit höherem Body-Mass-Index (Körpermasseindex, kurz BMI) bedient, neigten sie dazu, mehr Gerichte zu bestellen. Außerdem wurden bei den dickeren Kellnern viermal häufiger ein Dessert bestellt und knapp 18 Prozent häufiger alkoholische Getränke geordert als bei ihren schlankeren Kollegen. Dagegen hatten weder das Geschlecht der Kellner noch das Gewicht der Restaurantbesucher Einfluss auf das Bestellverhalten.

Die Wissenschaftler führen dies darauf zurück, dass Restaurantbesucher bei einem fülligeren Kellner weniger Hemmungen haben, mehr zu bestellen, er nehme ihnen durch seine Figur möglicherweise das schlechte Gewissen. Um diese „Figurfalle“ zu umgehen, wird empfohlen, bereits vor dem Betreten des Restaurants ein Gericht aus der Karte am Eingang auszuwählen.

Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit
www.kluthe-stiftung.de

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Schutzschild gegen Schnupfen, Husten & Co.

Drei Jahre seines Lebens ist ein Erwachsender erkältet, haben Statistiker errechnet. Und so lassen sich Husten, Schnupfen, Heiserkeit in den nächsten Wochen vermeiden:

Für das körpereigene Abwehrsystem bedeutet der Winter Schwerstarbeit: ständiger Wechsel zwischen der trockenen Heizungsluft drinnen und der Kälte draußen, nasse Füße, wenig Sonne, zu wenig Vitamine und frisches Gemüse zur Stärkung des Organismus. Die wenigsten Menschen überstehen deshalb die kalten Tage des Jahres ohne Schnupfen und Husten.

Grundsätzlich gilt: Gegen eine Erkältung gibt es kein Patentrezept: Man kann sein Abwehrsystem aber auf die Großangriffe von Schnupfenviren vorbereiten. Meist sind es so genannte Rhinoviren, die unser Abwehrsystem angreifen. 30 bis 50 % aller Erkältungsfälle werden durch diese nur 20 Nanometer kleinen Krankheitserreger verursacht. Sie sind mehr als tausend Mal dünner als ein menschliches Haar. Insgesamt gibt es über 200 Erkältungsviren, gegen die auch Antibiotika machtlos sind. Denn Antibiotika bekämpfen vor allem Bakterien.

Es ist tatsächlich der schnelle Wechsel zwischen Wärme drinnen und Kälte draußen, der die Schleimhäute austrocknen lässt und schwächt. Das erleichtert den Keimen das Überwinden dieser ersten Schutzbarriere unseres Körpers. Die Immunzellen bilden dann den zweiten Abwehrschild. Diesen Schutzschirm zu stärken ist der wirksamste Weg Schnupfen und Husten zu begegnen – und möglichst Kontakt mit erkrankten Mitmenschen zu meiden.

Frisches Obst und Gemüse als Schub für die Abwehr
Wer sich ausgewogen ernährt, braucht die Angriffe von Erkältungsviren viel weniger zu fürchten. Frisches Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe, die unseren Körper stark machen für den Winter. Auch im Winter sollten Sie genügend trinken – mindestens zwei Liter pro Tag.

Das Immunsystem „entlüften“
Ein Spaziergang im Freien weckt die Lebensgeister – und das Immunsystem. Die kühle Luft regt die körpereigene Abwehr an und gönnt Ihren Schleimhäuten ein wenig Erholung von der warmen und oft virenreichen Heizungsluft. Überraschend, aber wahr: Gerade draußen sind Sie im Winter am sichersten vor den Erkältungserregern, weil die Luft viel sauberer ist. Vor allem die Luft in Räumen ist mit Erkältungsviren meist hoch angereichert.

Jede Menge Bewegung
Sportliche Aktivitäten machen fit und schützen auch gegen Erklärungen. Bewegung bringt den Kreislauf in Schwung. Das Herz pumpt mehr Blut durch die Gefäße. Dadurch kommen auch die Immunzellen in Schwung. Positiver Nebeneffekt: Sport baut auch Stress ab. Auch das stärkt die Abwehr. Wer sich also regelmäßig auspowert, schützt sein Immunsystem gleich doppelt. Nur ein Übermaß an Sport schwächt die Abwehr.

Alkohol macht die Abwehr müde
Wer zu viel Alkohol trinkt, tut seinem Immunsystem keinen Gefallen:  Er lähmt damit die Körperzellen, die sich im Blut um die Krankheitsabwehr kümmern. Außerdem steigt durch den Alkoholgenuss der Verbrauch an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen wie B1, Folsäure, Zink und Magnesium. Und gerade diese Substanzen braucht der Körper gerade an kalten Tagen so dringend: Ein Mangel lässt die Abwehrkräfte schwinden – und öffnet Erkältungserregern Tür und Tor.

Die Kraft kalt-warmer Güsse
Der regelmäßige Saunabesuch, eine heiß-kalte Wechseldusche am Morgen nach dem Aufstehen oder ein Kneippgang: Schon unsere Großmütter wussten, dass der schnelle Wechsel aus Kälte und Wärme unserem Körper gut tut. Das gilt bis heute. Denn durch die extremen Temperaturschwankungen dehnen sich die Blutgefäße und ziehen sich wieder zusammen – ein hervorragendes Training für die extremen Temperaturschwankungen zwischen drinnen und draußen im Winter.

Ausreichend Nachtruhe ist wichtig
Während wir schlafen, erholt sich auch unser Immunsystem. Deshalb ist es ganz besonders wichtig, dass Sie Ihrem Körper gerade im Winter ausreichend Schlaf gönnen. Wie wichtig der Schlaf für unser Abwehrsystem ist, zeigt sich dann, wenn wir krank sind: Dann schüttet der Körper Stoffe aus, die uns müde machen – damit wir uns gesund schlafen.

www.obx-medizindirekt.de

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Das Kreuz mit dem Kreuz

Unser Rücken gibt uns Halt. Doch auch der schönste Rücken kann „bedrücken“: Die Ursachen für Beschwerden im Wirbelsäulenbereich sind in der Regel multifaktoriell, was es oft schwierig macht, den wirklichen Auslöser ausfindig zu machen. Am häufigsten sind sie das Resultat von Fehlhaltungen, geringer körperlicher Aktivität und Übergewicht. Wie man Rückenleiden vermeiden und lindern kann:

Kreuz und quer
Als Rückenschmerzen bezeichnet man üblicherweise Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule vom Hals abwärts bis zum Steißbein. Mit etwa 70 % zählen sie mittlerweile zu den Volksleiden in Deutschland. Mindestens einmal im Jahr konsultiert jeder fünfte Deutsche aus diesem Grund den Arzt. Bei Schmerzen im Lendenbereich handelt es sich oft um Erkrankungen des Knochen- und Gelenkapparats. Sie sind die häufigsten Ursachen für Schmerzen im unteren Rücken. Rückenschmerzen, die von der Wirbelsäule herrühren, können akut oder chronisch sein.

Bildgebende Diagnostik zu häufig und vorschnell
Allein im letzten Jahr wurden über sechs Millionen Röntgen-, CT- und MRT-Aufnahmen bei Bürgern mit Rückenleiden anfertigt. Dabei gelten 85 % der akuten Rückenschmerzen als medizinisch unkompliziert und nicht spezifisch. Ärztliche Leitlinien empfehlen bei Rückenschmerzen ohne Hinweise auf gefährliche Verläufe wie etwa Wirbelbrüche oder Entzündungen keine bildgebende Untersuchung durchzuführen. Viele Arztbesuche und Untersuchungen wären damit eigentlich vermeidbar.

Keine Bewegung!
Zwar treten Rückenschmerzen besonders häufig bei Menschen auf, die nur wenig aktiv sind, doch auch intensive körperliche Bewegung oder Training im Fitnessstudio ohne Warm-up kann zur Überlastung der paraspinalen Muskeln und Bänder führen. Weitere Ursachen für Beschwerden im Rückenbereich können Osteoarthritis, Arthritis oder Osteoporose sein.

Rückenschmerzen durch Übersäuerung?
Einige Ernährungswissenschaftler sind der Ansicht, dass Rückenschmerzen auch infolge einer Übersäuerung auftreten können. Dabei sollen die Abbauprodukte im Körper verbleiben, was zur dauerhaft überhöhten Säurebelastung und damit zur Gewebeschädigung führt. Dies wiederum kann zum vorzeitigen Verschleiß von Knorpelgewebe führen und die Muskulatur verhärten, was eine der Ursachen für Rückenschmerzen sein kann. Eine Ernährungsumstellung mit der Begrenzung bis hin zu zur kompletten Vermeidung von säurebildenden Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch oder Milchprodukten ist daher auch für Rückenschmerz-Patienten ratsam. Sie können ihre Säure-Basen-Balance mit viel Obst, Gemüse und Salaten aktiv unterstützen.

Prävention ist alles
Die Prävention von Rückenschmerzen umschließt im Wesentlichen die Verhinderung ihres Auftretens sowie deren Wiederholung. Ein Faktor, der dabei viel zu häufig vernachlässigt wird, ist die aktive Erholung. Gleichzeitig ist es wichtig, den Rücken zu stärken. Regelmäßiges Schwimmen, Walken und Radfahren sind genauso empfehlenswert wie Gymnastik.

Um die Muskulatur zu entspannen, ist Wärme, z.B. in Form einer Wärmflasche oder eines Thermopflasters, eine wirkungsvolle Maßnahme. Neben Wärme-Produkten helfen spezielle Übungen, Muskelverspannungen und Rückenschmerzen langfristig zu lindern.

Tipps für den Alltag

  • Achten Sie auf eine richtige Haltung
  • Achten Sie auf ein normales Körpergewicht
  • Achten Sie auf ausreichende Bewegung
  • Lernen Sie, sich zu entspannen und die Lage des Körpers in regelmäßigen Abständen zu verändern, um übermäßige Kontraktionen zu vermeiden und bestimmte Muskeln zu entlasten
  • Vermeiden Sie das längere Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen, weil es mit der Zeit die Krümmung der Wirbelsäule vertieft und die Lenden überlastet
  • Tragen Sie die Last von Einkaufstaschen und Tüten gleichmäßig auf beide Arme verteilt
  • Heben Sie schwere Gegenstände aus dem Knie und nicht aus dem Kreuz
  • Personifizieren Sie Geräte und Werkzeuge gemäß Ihrer Körperhöhe (Bügelbrett, elektrische Haushaltsgeräte etc.)
  • Achten Sie auf einen ergonomischen Arbeitsplatz
  • Positionieren Sie ihren PC-Bildschirm richtig
  • Vermeiden Sie es, den Telefonhörer mit der Schulter zu halten
  • Schlafen Sie auf einer mittelharten Matratze
  • Achten Sie beim Autofahren auf die richtige Fahrposition

Textquelle: medicalpress.de

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Bei Diabetes auch auf die Blutfette achten

Plätzchen, Christstollen, Glühwein: Die Weihnachtstage sind für Menschen mit Diabetes eine Herausforderung. Sie müssen keineswegs auf alle traditionellen Leckereien verzichten, solange sie ihren Blutzuckerspiegel im Auge behalten. Doch auch den Blutfetten sollten Diabetespatienten Aufmerksamkeit schenken.

Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt die Innenwände der Gefäße und macht sie besonders anfällig für Ablagerungen. Bei Diabetes ist es daher wichtig, Schädigungen der Arterien durch eine sorgfältige Kontrolle des Blutzuckerspiegels vorzubeugen. Darüber hinaus sollten die betroffenen Patienten darauf achten, dass sich ihre Blutfettwerte im empfohlenen Bereich bewegen. Überschüssiges LDL-Cholesterin bildet insbesondere in vorgeschädigten Gefäßen atherosklerotische Plaques, die zu einer Verengung und Verhärtung der Arterien führen. Entstehende Blutgerinnsel können die Gefäße komplett verstopfen, Herzinfarkt oder Schlaganfall die Folgen sein.

Weihnachtlich und trotzdem gesund essen
„Wer aufgrund von Risikofaktoren wie Diabetes ganz besonders auf seine Blutfette achten muss, sollte auch in der Weihnachtszeit möglichst bewusst genießen“, rät Erhard Hackler, Vorstand des Bundesverbands für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz. Erlaubt, lecker und sehr weihnachtlich sind zum Beispiel bunte Teller mit Orangen, Äpfeln, Nüssen und Mandeln. Letztere enthalten zwar viel, aber gesundes Fett sowie reichlich Eiweiß und Vitamine. Ein festliches und gesundes Hauptgericht ist Lachs: Fetter Fisch enthält viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren und wirkt sich positiv auf die Blutfettwerte aus. Auch ein Weihnachtsbraten darf sein – als Beilage zu Gemüse und Rohkostsalat. „Allzu streng sollte man gerade an Weihnachten aber nicht sein. Denn am wichtigsten ist nicht, was wir zwischen Weihnachten und Neujahr essen, sondern die Ernährung zwischen Neujahr und Weihnachten“, sagt Hackler. Zudem kann ein ausgiebiger Spaziergang nach dem Essen die eine oder andere Sünde wieder ausgleichen. Bei bestimmten Patienten sind die Cholesterin- und Triglyceridwerte trotz einer gesunden Lebensweise bedenklich hoch – etwa aufgrund einer genetischen Vorbelastung, anderen Begleiterkrankungen oder sonstigen Risikofaktoren wie Rauchen. Diese Patienten sind auf die Hilfe von blutfettsenkenden Medikamenten angewiesen, um sich vor Herzinfarkt und Schlaganfall zu schützen.

Wer ist besonders gefährdet, Atherosklerose zu entwickeln? Welchen Einfluss hat die Ernährung auf die Blutfettwerte? Welche Lebensmittel wirken sich günstig auf die Blutfette aus? Wie lässt sich mehr Bewegung mit einem ausgefüllten Berufsleben vereinbaren? Diese und andere Fragen beantwortet die Broschüre „Cholesterin wirksam senken“. Sie ist kostenfrei und kann über das Internet beim Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz angefordert werden: BGV e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn; www.bgv-cholesterin-senken.de.

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Hessischer Krankenhaustag 2016

Es geht ein Ruck durch die deutsche Krankenhauslandschaft. Dies wurde auf dem diesjährigen Hessischen Krankenhaustag deutlich. In Hanau waren über 200 Entscheider aus der Gesundheitswirtschaft zusammengekommen, um die Auswirkungen des Krankenhausstrukturgesetzes zu diskutieren. „Die Reform ist vom Menschen her gedacht und steht für mehr Qualität in den Kliniken. Die Patientensicherheit wird nunmehr endlich groß geschrieben“, betonte Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner in seiner Rede. „Auch die hessischen Patienten profitieren unmittelbar von den neuen Regelungen“, so Grüttner weiter.

(v.l.n.r.) Rainer Greunke, Geschäftsführender Direktor der Hessischen Krankenhausgesellschaft, Stefan Grüttner, Hessischer Minister für Soziales und Integration, Prof. Dr. Dr. Reinhard Wabnitz, Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft, Prof. Dr. Wolfgang Kuhla, Rechtsanwalt und Notar, Dr. med. Wilm Quentin, Wissenschaftlicher Mitarbeiter TU Berlin

(v.l.n.r.) Rainer Greunke, Geschäftsführender Direktor der Hessischen Krankenhausgesellschaft, Stefan Grüttner, Hessischer Minister für Soziales und Integration, Prof. Dr. Dr. Reinhard Wabnitz, Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft, Prof. Dr. Wolfgang Kuhla, Rechtsanwalt und Notar, Dr. med. Wilm Quentin, Wissenschaftlicher Mitarbeiter TU Berlin

Am Vormittag hatte der Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft, Prof. Dr. Dr. Reinhard Wabnitz, den Krankenhaustag eröffnet. In seiner Rede erinnerte er an die vergangenen Reformen wie die Einführung des DRG-Systems, das für einen Paradigmenwechsel im deutschen Gesundheitssystem gesorgt hat. „Das Krankenhausstrukturgesetz ist die bislang bedeutendste Krankenhausreform im noch jungen 21. Jahrhundert“, so Wabnitz. Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Thomas Reumann, zog im Anschluss eine Zwischenbilanz der bisherigen Auswirkungen der Reform. Positiv hervor hob er den Pflegezuschlag, die Tarifausgleichsrate und die Förderprogramme für Pflegestellen und Hygiene. „Insgesamt sind die Rahmenbedingungen für die laufenden Kosten der Krankenhäuser deutlich verbessert worden. Mit der völlig unzureichenden Investitionskostenfinanzierung durch einige Länder bleibt ein ganz zentrales Problem ungelöst. Hessen ist hier ein gutes Bespiel, wie es besser geht“, so der DKG-Präsident.

Mit Sorge betrachten die Krankenhausvertreter derzeit die Entwicklung der planungsrelevanten Qualitätsindikatoren. Diese sollen künftig den Ländern ermöglichen, einer Klinik den Versorgungsauftrag zu entziehen, sollte diese wiederholt auffällige Qualitätsergebnisse erzielen. „Die hessischen Krankenhäuser stehen für Leistungsfähigkeit und Qualität ihrer Versorgungsangebote. Transparenz ist für uns unerlässlich. Wichtig ist aber, dass diese Qualitätsindikatoren valide und nachvollziehbar sind – und dass den Krankenhäusern die erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden “, betonten Prof. Wabnitz und der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft unisono.

Das Thema Qualität und Vergütung wurde am Nachtmittag eingehender von Prof. Dr. Wolfang Kuhla von der Kanzlei Raue LLP beleuchtet. Der Jurist stellte in seinem Vortrag dar, in welchen Fällen der Verstoß gegen Qualitätsvorgaben einen Einfluss auf den Vergütungsanspruch des Krankenhauses haben könnte und welche Möglichkeiten das Krankenhaus habe, darauf zu reagieren.

Neben der Qualität stand noch das Thema Notfallversorgung im Fokus. Schließlich soll diese auf der Grundlage des Krankenhausstrukturgesetzes neu geordnet werden. Dass Handlungsbedarf besteht, hatte Prof. Wabnitz am Vormittag deutlich gemacht. Hessenweit sei die Zahl der ambulanten Notfallpatienten in den letzten zwei Jahren um 8,5 Prozent angestiegen. Scheinbar seien die Angebote der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen noch zu wenigen Bürgern bekannt. Die HKG sei an einer tragfähigen Lösung des Problems gelegen, die dringend geboten sei. Die Politik forderte er auf, eine adäquate Vergütung in der ambulanten Notfallversorgung sicherzustellen.

Einen Einblick in die Notfallversorgung anderer Länder gab Dr. Wilm Quentin von der TU Berlin. Im Rahmen seiner Forschungsarbeit hatte er die Notfallsysteme in England, den Niederlanden, in Dänemark und Australien untersucht. In Down Under hat sich beispielsweise ein gestuftes Notfallsystem etabliert. Ähnliches wird in Deutschland derzeit auch diskutiert.

Wie bereits in den Vorjahren fand parallel zum Hessischen Krankenhaustag die Regionaltagung der Fachvereinigung Krankenhaustechnik e.V. (FKT) statt. Dabei drehte sich alles um die Personalrekrutierung. Denn auch in der Krankenhaustechnik droht ähnlich wie in anderen Bereichen ein Fachkräftemangel. „Als Berufsverband setzt die FKT alles daran, mit adäquaten Maßnahmen auf den Fachkräftemangel in der Technik zu reagieren und Lösungen aufzuzeigen. Der Technische Betrieb eines Krankenhauses ist eine der spannendsten, herausforderndsten und sinnvollsten Aufgaben, denen man sich beruflich widmen kann. Das sollte nach Möglichkeit jeder Schulabgänger erfahren“, so Jens Relke, Regionalleiter der FKT Hessen.

Der Hessische Krankenhaustag ist die jährliche Verbandsveranstaltung der Hessischen Krankenhausgesellschaft. Er versteht sich als Forum für den Dialog zwischen den Krankenhäusern, der Politik und den Partnern im Gesundheitswesen. Der Hessische Krankenhaustag feierte dieses Jahr 20-jähriges Jubiläum.

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Rapsöl reduziert abdominales Fettgewebe

Diese Meldung dürfte Abnehmwillige auf der ganze Welt freuen: Neuesten Studien zufolge kann Rapsöl in der Ernährung dabei helfen, hartnäckiges Bauchfett innerhalb kurzer Zeit zu reduzieren. Hier erfahren Sie, was es damit auf sich hat:

„Ring my bell(y)“
Der sog. „Rettungsring“ oder „Bierbauch“ entspricht nicht unbedingt dem Schönheitsideal unserer Zeit. Doch ist er nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern kann zur echten Gefahr für die Gesundheit werden: Als Bauchfett oder viszelares Fett bezeichnet man das in der freien Bauchhöhle eingelagerte Fett, das die inneren Organe umhüllt und als intraabdominales Fett zunächst nicht sichtbar ist. Ab einem gewissen Umfang (bei Frauen ab 80 cm, bei Männern sind es 94 cm) gilt dieses aufgrund seiner hormonellen Aktivität als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes mellitus. Forscher der Pennsylvania State University haben jetzt herausgefunden, dass man Bauchfett mit einem simplen Ernährungstrick reduzieren kann.

Gelb gewinnt!
So sollen einfach ungesättigte Fettsäuren aus Rapsöl laut Prof. Penny M. Kris-Etherton nicht nur die Zunahme von Bauchfett verhindern, sondern bestehendes auch reduzieren. In einer Studie wiesen die Teilnehmer der Testgruppe, die Rapsöl konsumierte, 0,11 kg weniger Bauchfett auf als die Probanden, die das Pflanzenöl nicht zu sich nahmen. Kris-Etherton rät dazu, Rapsöl zum Backen, Braten sowie für Dressings und Smoothies zu verwenden.

Ölwechsel leicht gemacht
Im Rahmen der Studie untersuchte das amerikanische Forscherteam die Wirkung von fünf Ölsorten auf 101 Probanden im durchschnittlichen Alter von 49,5 Jahren. Ihr BMI betrug ca. 29,4. In einem Zeitraum von vier Wochen konsumierten die Teilnehmer täglich zwei Cocktails, in denen sich die Menge des Rapsöls aus dem individuellen Tagesbedarf errechnete. Nahm eine Person 3.000 kcal am Tag zu sich, enthielt ihr Cocktail ca. 60 g Öl, was 18 % des Energiebedarfs ausmachte.
Im Vergleich zu den anderen Ölsorten erzielten die Teilnehmer, die regelmäßig Rapsöl zu sich nahmen, die deutlichste Abnahme an Viszeralfettmasse. Bei Männern war der Effekt besonders groß, sie verloren zwischen 3,09 und 3,2 kg.

Textquelle: medicalpress.de

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Weihnachtsgeschenke: Schmuck sollte nickelfrei sein

Edelmetalle für Schmuck werden häufig mit anderen,  kostengünstigen Metallen wie Nickel vermischt. Damit wird der Schmuck für viele Menschen erschwinglich und liegt gerade zu Weihnachten gerne als Geschenk unter dem Weihnachtsbaum. Allerdings ist Nickel das weltweit häufigste Kontaktallergen. Das häufige Tragen von nickelhaltigem Modeschmuck wie Ringen, Ohrsteckern oder Piercings fördert die Sensibilisierung auf das Erdmetall. In der Folge leiden immer mehr Menschen unter Kontaktallergien. Die gute Nachricht: Wer auf nickelhaltigen Schmuck verzichtet, kann Kontaktallergien aktiv vorbeugen. Wenn Sie Ihren Lieben zu Weihnachten Schmuck schenken möchten, sollten Sie auf nickelfreien Schmuck zurückgreifen.

Zwar legt eine EU-Nickelrichtlinie fest, dass nickelhaltige Erzeugnisse, die unmittelbar und lange mit der Haut in Berührung kommen, nicht mehr als 0,5 µg Nickel pro cm² pro Woche freisetzen dürfen, und bei Piercings wurde die Freisetzungsgrenze für Erststecker auf 0,2 µg/cm²/Woche begrenzt. Ob aber diese Richtlinie die Verbreitung der Nickelallergie nachhaltig senken konnte, wird derzeit erforscht.

Hinweise für den Kauf von Schmuck

  • Bei einem Fachhändler kaufen. Sich bestätigen lassen, dass der Schmuck zu 100% nickelfrei ist.
  • Schmuck aus Urlaubsländern sollte besondere Aufmerksamkeit gelten. Nicht überall wird die Einhaltung von Vorschriften für den Nickelgehalt auch kontrolliert.
  • Feingold, Platin oder Titan verursachen praktisch keine Beschwerden.
  • Kinder oder Jugendliche, bei denen bereits Allergien vorhanden sind, sollten keinen Ohrschmuck tragen oder, wenn es nicht zu vermeiden ist, Erststecker aus Titan oder Platin benutzen, um das Risiko einer Sensibilisierung auf Nickel zu verringern.
  • Für Piercings ein 100% nickelfreies Material wie Titan benutzen. Aus hautärztlicher Sicht wird aufgrund möglicher Komplikationen jedoch grundsätzlich von Piercings abgeraten.

Produkte auf Nickelgehalt selbst testen
Wer nicht sicher ist, ob sein Schmuck Nickel enthält, kann einen Test selbst durchführen. Die Apotheken bieten Teststäbchen für einen Schnelltest an, der nachweist, ob ein Produkt wesentliche Mengen Nickelpartikel abgibt. Der Nachweis erfolgt über eine Farbreaktion auf dem Teststäbchen. Extrem kleine Mengen unterhalb des gesetzlichen Grenzwerts werden mit diesem Schnelltest nicht erfasst.

Sensibilisierung auf Nickel
In Deutschland haben rund 15,5% der Erwachsenen eine Sensibilisierung für Nickel, unter den 13- bis 17-jährigen Jugendlichen sind es 12,35%. Frauen und Mädchen haben generell ein höheres Risiko, eine Nickelallergie zu entwickeln als Männer. Tatsächliche Beschwerden wie ein allergisches Ekzem auf Grund einer Allergie auf Nickel oder andere Stoffe entwickeln im Laufe ihres Lebens 8% der deutschen Erwachsenen.

Symptome bei Nickelallergie
Typische Anzeichen einer Nickelallergie sind starker Juckreiz, Brennen oder Schmerzen, Rötung, Schwellung, Papeln und nässende Bläschen an der Kontaktstelle. Schuppung oder Verdickung der Haut können bei chronischem Kontakt auftreten.

Weitere Informationen zur Nickelallergie:
ECARF, Charitéplatz 1, 10117 Berlin
www.ecarf.org

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Fakten und Mythen zum Thema Hautpflege bei Kindern und Babys

Wenn es um die Hautpflege der Kinder geht, so sind Eltern zu keinem Kompromiss bereit. Schließlich benötigt die Haut der Kleinsten doch die größte Zuwendung! Dennoch herrscht bei diesem Thema viel Unsicherheit. Wir gehen hier den wichtigsten Fakten und Mythen zum Thema Kinderpflege auf den Grund.

„Kinderhaut braucht keine Pflege.“
Mythos: Da Babys und Kinder kaum Talg produzieren und ihre Hautbarrierefunktion schwächer ist als bei Erwachsenen, ist die Unterstützung der hauteigenen Schutzfunktionen durch Hautpflege sinnvoll. Mehrere Studien bestätigen, dass entsprechende Badezusätze und Pflegecremes die noch nicht ausgereiften Schutzfunktionen der Haut fördern. Im Windelbereich breiten sich Krankheitserreger besonders schnell aus. Hier versprechen Cremes auf Zinkoxidbasis schnelle Linderung, während Kamille und Ringelblume wunde Hautstellen wieder beruhigen.

„Je angenehmer Aussehen und Duft eines Produkts, desto mehr Inhaltsstoffe.“
Fakt: Obwohl die ansprechende Optik und ein wohlriechender Duft bei Hautpflegeartikeln als angenehm empfunden werden, sollte man sich Gedanken über die Quelle dieser Eigenschaften machen: Blaue oder rote Farbe bei einem Duschgel oder Schaumbad deutet auf das Vorhandensein von Farbstoffen hin, während ein süßlicher Duft durch Parfüm entsteht. Da beide Substanzen allergische Reaktionen auslösen können, sollte man sie bei Babypflegeprodukten vermeiden.

„In den ersten Lebenswochen sind Pflegeprodukte nicht nötig.“
Fakt: Zwar ist Kinderhaut besonders anfällig für externe Faktoren, doch gerade in den ersten Lebenswochen hat sie kaum Kontakt mit schädigenden Einflüssen. Gerade in den ersten Tagen nach der Geburt ist die sog. Käseschmiere noch präsent, die einen natürlichen Schutzfilm auf der Haut des Babys bildet und die beste „Schutzcreme“ darstellt. Nach einigen Wochen hat sich die Haut an die Umwelteinflüsse gewöhnt. Die Pflegeprodukte sollten allerdings dermatologisch getestet und frei von Konservierungs-, Farb- und Parfümstoffen sowie Weichmachern, Mineralöl und ätherischen Ölen sein.

„Emollentien blockieren die Hautatmung.“
Mythos: Behauptungen, Emollentien hindern die Haut daran, zu atmen, sind grundlegend falsch, denn selbst Filmbildner wie Silikone sind porös genug, um Sauerstoff durchzulassen.

„Paraffinöl ist gefährlich für die Haut von Babys.“
Mythos: Der Einsatz von Paraffinöl als Bestandteil von Kosmetika ist seit Jahren umstritten, doch wie sich herausstellt völlig zu Unrecht: Obwohl es aus Erdöl gewonnen wird, hat Paraffinöl einen hohen Reinheitsgrad und gilt als besonders hautverträglich – und ist damit auch für die Hautpflege von Babys geeignet. Allergische Reaktionen kommen bei der chemischen Einstufung „hoch rein“ so gut wie nie vor. Als gesättigtes Öl lagert es sich in den oberen Lagen der Hornschicht ab und schützt die Haut vor Wasserverlust.

„Natürlich heißt auch immer sicher.“
Mythos: Leider nein, denn auch Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs können zu Überempfindlichkeitsreaktionen führen. Einige Pflanzen, Kräuter und andere pflanzliche Substanzen in reiner Form (z. B. in unverdünntem Extrakt) können die Haut reizen. In einer italienischen Untersuchung waren insbesondere Pflanzextrakte von Aloe Vera, Ringelblume, Kamille und Arnika die Auslöser für Jucken, Brennen oder sogar Schwellungen.

Textquelle: medicalpress.de

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Gesunder Lebensstil halbiert genetisches Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wer sich gesund ernährt, nicht raucht, körperlich aktiv ist und Übergewicht vermeidet, hat ein um etwa fünfzig Prozent geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dieses reduzierte Risiko besteht immer, also auch unabhängig davon, ob eine hohe oder niedrige genetische Disposition vorliegt. Dies ist das Ergebnis einer großen Untersuchung mit mehr als 55.000 Teilnehmern, die im New England Journal of Medicine veröffentlich wurde. Aus Sicht der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) unterstreicht die Studie die Notwendigkeit nach einer Verhältnisprävention für chronische Erkrankungen: Die Politik müsse Lebensbedingungen so gestalten, dass gesundes Verhalten gefördert werde – etwa durch eine Umstrukturierung der Mehrwertsteuer für Lebensmittel oder einer täglichen Stunde Sport in Kita und Schule.

„Diabetespatienten leiden zwei- bis dreimal so häufig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie andere Menschen, und Herzinfarkt und Schlaganfall sind bei ihnen die häufigste Todesursache“, erklärt DDG Präsident Prof. Dr. Baptist Gallwitz vom Universitätsklinikum Tübingen. Der Grund ist eine beschleunigte Verkalkung der Blutgefäße, für die nicht allein der erhöhte Blutzuckerspiegel verantwortlich ist. „Die meisten Menschen mit Typ-2-Diabetes haben auch veränderte Blutfett-Werte, Bluthochdruck und massives Übergewicht“, sagt Gallwitz, „eine Konstellation, die wir zusammen mit dem erhöhten Blutzucker als metabolisches Syndrom bezeichnen.“

Auch viele Teilnehmer von drei Kohorten-Studien aus den USA und Schweden, deren Daten Forscher der Harvard Universität jetzt ausgewertet haben, hatten ein metabolisches Syndrom. Es kennzeichnete dort einen ungesunden Lebensstil, der mit einem erhöhten Risiko verbunden war, innerhalb von zehn Jahren einen Herzinfarkt zu erleiden. Bei vielen Teilnehmern der ARIC-Studie (Atherosclerosis Risk in Communities), MDCS-Studie (Malmö Diet and Cancer Study) und WGHS-Studie (Women’s Genome Health Study) kam noch eine genetische Vorbelastung hinzu. Sie wurde mit einem Test ermittelt, der 50 verschiedene genetische Risiken erkennen konnte.

Wie erwartet, erkranken Menschen, die nicht rauchen, sich gesund ernähren, körperlich aktiv und nicht fettleibig sind, deutlich seltener an einem Herzinfarkt. „Der günstige Einfluss eines gesunden Lebensstils war in der Studie aber auch bei Menschen nachweisbar, die ein erhöhtes genetisches Risiko hatten“, berichtet Gallwitz. Und dieser Einfluss war erheblich, wie die Daten belegen: In der ARIC-Studie erlitten 5,1 statt 10,7 % der Teilnehmer mit einem erhöhten genetischen Risiko einen Herzinfarkt oder andere koronare Erkrankungen. In der WGHS-Studie sank die Rate von 4,6 auf 2,0 % und in der MDCS-Studie von 8,2 auf 5,3 %. Die Studie wurde kürzlich auf der Jahrestagung der amerikanischen Herzgesellschaft in den USA vorgestellt und im Fachjournal New England Journal of Medicine publiziert. „Das sind Ergebnisse, die auch vom Diabetes oder seinen Vorstufen betroffenen Menschen in Deutschland Mut machen sollten“, findet Prof. Dr. Dirk Müller-Wieland, Vizepräsident der DDG. „Die Studie zeigt, dass jeder etwas gegen den Ausbruch einer Krankheit tun kann.“

Dabei sollten Staat und Gesellschaft die Menschen aktiv unterstützen. „Wir leben in einer Zeit, in der ungesunde kalorienreiche Nahrungsmittel oft kostengünstiger sind als gesunde Produkte“, stellt DDG Geschäftsführer Dr. Dietrich Garlichs fest. „Der Staat sollte deshalb die Mehrwertsteuer auf gesunde Lebensmittel senken und für stark zucker- und fetthaltige Produkte erhöhen.“ Wichtig sei zudem eine tägliche Stunde Sport für Kinder und Jugendliche. „Auch ein Verbot der Tabakaußenwerbung ist längst überfällig“, betont Garlichs. „Wenn wir chronische Krankheiten verhindern wollen, brauchen wir Maßnahmen zur Verhältnisprävention, die einen gesunden Lebensstil fördern“, so der DDG Geschäftsführer.

Literatur:
Amit V. Khera et al. Genetic Risk, Adherence to a Healthy Lifestyle, and Coronary Disease. New England Journal of Medicine 2016; doi: 10.1056/NEJMoa1605086: www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1605086

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